Neues aus der Standleitung


Ja, ich benutze gern den Begriff „Standleitung“. Er ist mein Synonym für die immer bestehende Verbindung zur Schöpfung in jedem von uns. Eine „Leitung“, die nicht gekappt werden kann. Ein Fluss, durch welchen wir als Aspekt von Allem im ewigen Kreislauf geborgen wandern. Auch wenn ich mir durch das Alltagstreiben nicht dauerhaft bewusst darin bin, erschaffe ich mir immer mal wieder direkte Erfahrungen in der Liebe. So auch vorgestern …

Ich habe mich mit einem Freund auf einen Plausch getroffen. Da unsere letzte intensive Begegnung schon zwei Jahre her ist, gab es erst einmal einige Themen der äußeren Welt auf den neuesten Stand zu bringen. Wir redeten über die Arbeit, unser Umfeld und unsere Beziehungen. Die zu unseren Kindern und die zu unseren Partnerinnen. Das war alles ganz wunderbar. Schon allein dadurch deckte sich unser Tisch mit großer Dankbarkeit. Und über die Thematik der Beziehungen öffnen sich für mich automatisch auch die nächsten Türen in Richtung Schöpfung. Einfach, weil das für mich mittlerweile nicht trennbar ist. Meine Bewusstheit über mich spiegelt sich in den Beziehungen meines Umfeldes. Und da ist jede ein Teil des Ganzen. Vergleichbar mit einem dynamischen Organismus. Der jeweilige Grad an Klarheit ist dabei für mich ein guter Indikator dafür, wie sehr ich mich gerade in der Schöpfung zu Hause und geborgen fühle. Na, ok.



Wir saßen also voller Dankbarkeit für die Lebensumfelder, welche wir uns erschaffen haben, zusammen, und das Gespräch ging weiter auf dem Weg in die Heimat – für mich Gott oder das Alles-was-ist oder das Ganze oder die Schöpfung oder die Quelle oder, oder, oder … Ich erzählte gerade von ein paar Zusammenhängen, die ich für mich erkannt habe und von deren Auslösern und davon, wie ich so manche tiefere Erkenntnis beim Lesen empfangen habe. Noch im Reden ist es dann wieder über mich gekommen.

Ich versuche das Unbeschreibliche zu beschreiben: Nach einer kribbeligen Ganzkörperankündigung habe ich in diesen Momenten das Gefühl, dass oben am Kopf ein Öffnen beginnt und ein gewaltiger Strom, der die unverfälschte reine Liebe ist, durch mich durch fließt und sich in meinem Umfeld ergießt. Gleichsam ändert sich meine Wahrnehmung in „Alles ist eins“ – und das ist keine Phrase! Es ist eine große Verschmelzung voller Sinn und Hingabe. Ohne Zeit und ohne Raum. Jedwede Idee von Trennung ist nicht mehr existent. Und ich fühle mich als ein Kanal für die Möglichkeit, die Eine Liebe zu erfahren und zu teilen. Das mag für den einen oder anderen vielleicht zu abgefahren klingen, allerdings nur, bis die eigene Erfahrung der Lehrer wird. Zudem ist es einfach für jeden Menschen zugänglich und daher nichts Besonderes. Auch wenn das Gefühl in dem Moment alles andere als unbedeutend oder nicht besonders ist. Weiterhin möchte ich damit aber auch daran erinnern, dass diese Verbundenheit, welche ekstatischen Charakter hat und von unbeschreiblicher Schönheit ist, der Urzustand unserer Existenz ist. Also das Gefühl, das „normale“ Gefühl, welches meist schlummernd unter den Oberflächlichkeiten des Lebens in der Dualität atmet. Es ist der „Sucher“ in uns, der gleichzeitig der „Finder“ ist. Es ist die „Frage“ an der Oberfläche und die „Antwort“ darunter.



Nach diesem Momenten weiß ich einfach, dass alles an seinem Platz ist, alles sein richtiges Tempo hat, jeder Einzelne gar nicht anders sein kann und das unser Konzept von der Welt und die damit verbundene kollektive Erfahrung eher einer großen Schulbank gleicht. Jede Seele wandelt durch ihre Aufgaben und Prozesse. Ich mag das sehr.
Und warum teile ich das alles? Vielleicht spricht dich meine Erfahrung an? Vielleicht hast du Lust unter deine Oberfläche zu schauen? Und vielleicht ist deine nächste Handlung die Kontaktaufnahme? Wie auch immer es für dich ist. Du bist der Akteur und du bist der Entscheider. Du bist der „Sucher“ und wer weiß, vielleicht kommt es sogar zu einem Besuch bei mir?



So … und jetzt gehe ich den „Alltag“ finden und freue mich auf meine Mitmenschen.


Danke fürs Lesen und wer mag, auch fürs Teilen.



Ich wünsche eine erfüllte Zeit.

Photo by Rodion Kutsaev on Unsplash