Eine kleine große Erinnerung


Gestern bin ich mit meiner Freundin und meiner Tochter Frida mit dem Zug gefahren. Dieser war ordentlich gefüllt und an unserem Nebentisch saßen vier Studenten. Sie unterhielten sich in zwei Sprachen, wobei ich nur das Englische einigermaßen verstehen konnte. Die andere ging in Richtung Russisch oder so. Da kenne ich mich nicht so aus. Aber egal, denn es spielte auch keine große Rolle mehr, denn der für mich interessante Dialog zwischen den beiden Männern wurde auf Englisch gehalten.

Ich wollte eigentlich gar nicht so richtig zuhören, aber wenn ich bestimmte Schlüsselworte höre, kann ich dann doch nicht anders. Es ging z. B. um verschiedene physikalische Grundsätzlichkeiten, Magnetismus, Gravitation, den Spin von Teilchen und verschiedene Wechselwirkungen. Das sind Themen, die mich wirklich ansprechen. Also: Ohren auf und Lauschi lausch. Ich habe mich über diesen regen Gedankenaustausch gefreut. Viele nachvollziehbare Fragen und Ideen rund um die Dinge, welche die Wissenschaft noch nicht erklären kann, schwebten durch den Raum. Eine Frage bzw. Feststellung dabei war sinngemäß diese: Wie will man ein guter Wissenschaftler werden, wenn es schon ein Leben lang dauert, um ein guter Physiker zu werden? Und ein weiteres um ein guter Chemiker? etc.

Beim Zuhören schoss mir eine Gegenfrage durch den Kopf. Und mit einem Mal – und das meine ich nicht bewertend – verlor das Gespräch seinen Reiz. Das fand ich nicht mal komisch, sondern nachvollziehbar. Ich stellte mir die Frage: Wie soll es der Forschung je gelingen, die Gesamtheit hinter den Prozessen zu erkennen, wenn sie weiter versucht, die Antworten im Außen zu finden? Wie kann die eigene innere Weisheit über äußere Versuche erfahren werden?
Das ist aus meiner Sicht nicht möglich, denn das Äußere folgt dem Inneren; die Materie dem Geist. Das würde dann bedeuten, dass jede Art von Versuch und Beweisführung eine physische Kopie der eigenen inneren Sicht ist. Vielleicht liege ich ja auch völlig daneben, aber für mich ist das eine fundamentale Sache. Die Antworten auf die komplexen Fragen in allen Forschungsbereichen der „äußeren Welt“, lassen sich nicht ohne die Erforschung der „inneren Welt“ finden.

Ich vertrete die Ansicht, dass es nicht nötig ist, erst ein Spezialist auf vielen Gebieten sein zu müssen, um die absolute Wahrheit hinter allen relativen Wahrheiten erkennen zu können. Mir persönlich nützt keine Beschreibung von Vorgängen etwas, wenn ich den übergeordneten Sinn nicht erfasst habe. Das ist für mich ungefähr so, als würde ich alle Abläufe im Körper kennen und beschreiben können, aber trotzdem keine Antwort darauf haben, woher z. B. Zellen wissen, was sie für ein Organ werden sollen. Woher der übergeordnete Bauplan für unseren Körper kommt. Den Körper auseinandernehmen, bis ins Kleinste zerteilen, das ist mittlerweile möglich. Aber in die andere Richtung schauen immer noch zu wenige. Wenn alles in seine Teile zerlegt werden kann, dann können auch alle Teile wieder als ein Ganzes erkannt werden. Dann ist z. B. der Körper auch nur ein weiterer Teil eines nächstgrößeren Teils. Und das gehört auch wieder zu etwas Größerem. Das Spiel weitergesponnen, lande ich gerade bei irgendwelchen Super-Clustern und auch die sind nur ein Teil von etwas.

Jede Richtung der Forschung findet ihre Begrenzung durch die Grenzen unserer Sinnes-Wahrnehmung. Mit ihnen ist es eben nur möglich, die Dinge innerhalb der Dualität zu erfassen. Mit Werkzeugen, welche dem physischen Möglichkeiten entspringen, kann ich auch nur das erforschen, was physischer Natur ist. Aber es ermöglicht mir nicht den Zugang zu den umfassenden Erkenntnissen der Schöpfung. Dazu ist die Schau nach innen einfach erforderlich. Wer darauf Lust hat und eine Begleitung dafür sucht: mutig voran! Wir können uns gern einmal auf einen Kaffee treffen und gemeinsam schauen, ob wir ein paar spirituelle Schritte zusammen gehen können, wollen, sollen, dürfen… :)

 

Andreas

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