Déjà-vu to go


Merkwürdig oft habe ich in letzter Zeit das, was wir ein Déjà-vu nennen. Nun habe ich bereits vor längerer Zeit schon einmal in einem Beitrag meine Erkenntnis dazu geteilt. Ich mag ich diese Momente. Sie sind so zeitlos. Und die Zeit wahr jahrelang ein zentrales Thema. Einfach, weil ich sie nicht verstanden habe. 

 

Es hat mich schon als Kind unruhig gemacht, wenn ich mich gefragt habe, wie eigentlich Zeit entsteht und wer diese bitte erfunden hat. Wer hat unsere Zeitrechnung festgelegt? Wieso vergeht die Zeit mal langsam und mal schnell? Und bis heute im Alltag zu finden: Ausdrücke wie „Die Zeit rennt.“, „Wie schnell die Zeit vergeht“ oder „Wo ist die Zeit nur geblieben?“. Eine dabei für mich bis jetzt ungeklärte Sache ist die Beobachtung, dass mit zunehmendem Alter die Zeit gefühlt immer schneller vergeht. Ich bin gespannt, wann und wie sich die Antwort zeigt.

 

Ich versuche das für mich nochmal klarer zu bekommen: Zeit hängt ja unmittelbar mit dem Raum zusammen. Sie bedingen sich gegenseitig. Gibt es keinen Raum, gibt es keine Entfernung – kein hier und kein da. Gibt es keine Entfernung, braucht es keine Bewegung zwischen hier und da. Somit gibt es auch keine Möglichkeit zur Messung zwischen diesen beiden Punkten, welche ja mit Zeiteinheiten beschrieben werden würde. Daraus schließe ich, dass es für die Wahrnehmung von Zeit Bewegung innerhalb des Raumes braucht. So … nun lebe ich in Raum und Zeit, die Sekunden, Tage oder Jahre vergehen und … das passiert manchmal im Zeitraffer und manchmal wie in Zeitlupe. Zeitlupe ist im übrigen ein toller Begriff. Er beschreibt die Dehnung der Wahrnehmung von Zeit. Und Zeitraffer eben das Gegenteil. Interessant finde ich dabei allerdings, dass unsere Festlegung von Zeit eine Konstante ist und eine Atomuhr z.B. mit dem immer gleichen Abständen misst. Das ist für mich der Beweis, dass ich mich mit meinem Bewusstsein „durch die Zeit“ bewege. Nachvollziehbare Beispiele sind:

 

1. Intensive Momente der spielerischen Konzentration bei einer Sache. Das kann beim Musizieren, Malen oder Handwerken sein. Immer dann, wenn ich mich mühelos beschäftige und für mich sinnvollen Tätigkeiten nachgehe, spielt Zeit keine Rolle. Sie verschwindet aus dem Fokus und vergeht wie der Volksmund sagt „wie im Flug“. Die Zeit zieht sich gefühlt zusammen. Sie ist weg.

 

2. Das Phänomen der Langeweile. Wie der Begriff schont sagt, geht es hier um die Wahrnehmung einer langen Weile. Ein gedehntes scheinbar sinnfreies Zeitfenster. Dabei ist es gar nicht sinnfrei. Es ist sogar sehr sinnvoll, denn es entsteht eine intrinsische Motivation. Wenn diese nicht mit Ersatzhandlungen befriedigt wird, können wirklich kreative Dinge entstehen. Das lässt sich gut an Kindern beobachten. Also … bei der Langeweile dehnt sich die Zeit gefühlt aus. Sie ist da und der Fokus liegt größtenteils auf ihr.

 

Demnach muss es ja in mir eine Wahrnehmung geben, die fähig ist, sich in der Raumzeit unterschiedlich zu bewegen. Wobei ich das Wort Bewegung eigentlich unpassend finde, da ich mich in den o.g. Beispielen ja gar nicht im Sinne von Strecke zurücklegen bewege. Es geht also nur um Wahrnehmung. Wer nimmt da jetzt nochmal was wahr? Das ist der Teil, den ich (und viele andere) als Seele bezeichne. Ich als Seele agiere über Bewusstsein. Bewusstsein ist die Fähigkeit der Seele zur Wahrnehmung. Danach ist Wahrnehmung Bewusstsein in Aktion. Aktion wird innerhalb von Raum und Zeit als Bewegung erfahrbar. Oder auch als Fokussierung. Und abhängig davon was ich wie fokussiere oder wie ich mich bewege, schafft eine in Raum und Zeit gefühlte Dehnung oder Kompression der Zeit. 

Im Moment des Déjà-vu verlagert sich der Fokus außerhalb von Raum und Zeit, obwohl ich in ihm weile. Ich nehme alles gleichzeitig wahr. Das ist für viele verwirrend. Oft erzählen Menschen, dass sie das Erfahrene „schon mal erlebt haben“ oder „an diesem Ort schon mal gewesen sind“. Sie versuchen eine Verbindung der nonpolaren Wahrnehmung innerhalb der Polarität herzustellen. Das sind aus meiner Sicht nur Erklärungswünsche. Den wissenschaftlichen Beschreibungen die ich kenne, geht es da ähnlich. Die Versuche mit Instrumenten und Methoden, welche innerhalb der Polarität erschaffen wurden, Vorgänge zu messen und beschreiben zu wollen, die außerhalb der Polarität lokalisiert sind, werden wohl nicht funktionieren. So sehe ich das. Vielleicht liege ich ja auch völlig daneben. :)

 

Da bleibt jetzt noch dieses Gefühl der Beschleunigung von Zeit mit zunehmenden Alter. Gibt es dazu vielleicht Ideen? Gedanken? Erkenntnisse?

 

So dann: Auf die Plätze, Zeit … los

Danke für deine Aufmerksamkeit

Andreas

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