Die Egonomie


Egonomie – eine interessante Wortschöpfung mit der ich heute Morgen aufgewacht bin. Interessant, weil sie in einem Wort die Ursache und AusWirkung auf unsere gesamte Ökonomie vereint. Laut Wikipedia setzt sich der Begriff Ökonomie aus altgriechisch oikos „Haus“ und nomos „Gesetz“ zusammen. Ich fasse es mal als "Das Hausgesetz" oder "Gesetz des Hauses" zusammen. Wenn ich mir die derzeitige Lage lokal, national oder global anschaue, stelle ich mir in Bezug auf das Wort Ökonomie schon die Frage: Wurde der Begriff mit einer Fehldeutung in die heutige Zeit übersetzt und vernutzt?
Ich meine, was bedeutet denn Ökonomie heutzutage? Steht Ökonomie nicht in erster Linie für Wirtschaftlichkeit, Rationalität, Leistung, Effizienz, Gewinn oder Erfolg? Das Streben danach ist mitverantwortlich für den alltäglich Kampf und Krampf vieler Menschen um Anerkennung und Wertschätzung – leider auf der falschen Ebene. Unter dem Deckmantel der Leistungserbringung bleiben viele auf der Strecke. Mit Menschlichkeit hat Ökonomie momentan nicht sehr viel zu tun, aber die soziale Komponente gewinnt glücklicherweise an Bedeutung. Passend dazu habe ich ein lesenswertes Radio-Interview auf von Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann bzgl. der Konditionierung künftiger Ökonomen gefunden.
Wenn das (natürlich sehr konzentriert und verallgemeinert) unsere Ökonomie beschreibt, finde ich den Begriff der Egonomie treffender – egogesteuerte Ökonomie. Nur das Ego will aus allem MEHR und BESITZ zu machen, RECHT haben, ALLEIN der Held sein, MACHT haben und sich ganz GROSS und WICHTIG fühlen. Das Ego denkt nicht ohne Berechnung oder Eigennutz an andere Menschen. Das ist EGONOMIE – Befriedigung des Egos auf Kosten der Menschlichkeit in der Wirtschaft!
Und das ist Alltag. Und so lange egogesteuerte Menschen die Bedingungen aufstellen, den Markt dikitieren und die Wirtschaft regulieren, bleibt das alles so bzw. dramatisiert sich weiter. Bis zum Kollaps. Diesen erleben viele mittlerweile schon viele im Kleinen – ein Burnout gehört ja quasi in den Lebenslauf. Der große Kollaps ist sozusagen vorprogrammiert und wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Es sein denn, die Menschen würden ihrem Ego nicht das Zepter überlassen und sich mit sich und dem, was sie wirklich sind, beschäftigen. Aber das muss gewollt sein. Und das kann nur jeder für sich entscheiden. Deswegen hat jeder seine Verantwortung in dem Ganzen. Die Arbeit an sich (Reflexion, Selbsterkenntnis etc.) lohnt sich also in jedem Fall und dient, neben dem eigenen Aufwachen, als Vorbild und dem kollektiven Erwachen. Wenn ich niemanden habe, der mir zeigt, was möglich ist, wie soll ich dann erkennen, das überhaupt was möglich ist?

Ich bedanke mich für's lesen und wünsche eine gute Zeit.
Andreas

PS: Die aktuelle Ökonomie ist die Auswirkung der Egonomie im Großen und ein toller Hinweis für die Egonomie im Kleinen. Da jeder ein Ego hat, ist auch jeder für sein Ego verantwortlich. Niemandem ist geholfen, wenn auch weiterhin Egos ihre Machtkämpfe führen, Entscheidungen treffen und Besitzansprüche stellen etc. … ich bin übringens für spirituelle Ökonomie.

Foto: FreeImages.com/Marius Largu